Willkommen auf der Seite von Waltraud Gruber

Bezirksrätin Oberbayern
Fraktionssprecherin
Bündnis 90/Die Grünen
im Kreistag Ebersberg
Mein Sinn für Tradition ist Beweggrund, mich politisch zu engagieren.

Tradition ist unser kulturelles Erbe - die Überlieferung von Wissen, Fähigkeiten, Sitten und Gebräuchen. Wenn Tradition richtig verstanden wird, dann findet diese Überlieferung von einer Generation auf die nächste unter Berücksichtigung dauernder Wandlungsvorgänge statt.
So wissen wir, dass Energie schon 2020 knapp wird. Wir wissen, dass die Klimaveränderung bereits angefangen hat. Wie stark sich das Klima weiter verändern wird, hängt von unserem Handeln ab. Wir wissen, dass Pflanzen und Tiere aussterben. Wir wissen, dass die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird, dass die Bildungschancen nicht für jeden gleich sind. Diesem Wissen müssen Handlungen folgen.
Unser Landkreis liegt in der Metropolregion München, deren Leitbilder Wachstum, Ansiedlung von Hauptsitzen von Unternehmen, zentrale Erreichbarkeit durch Autobahnen und Flughäfen und wirtschaftlicher Wettbewerb sind. Diese Ziele sind nicht mehr zeitgemäß. Ein ausschließlich auf Wachstum orientiertes Wirtschaften, das die Knappheit der Energieressourcen schlicht ignoriert und so tut, als würde alles so weitergehen wie bisher, ist ein alter Zopf: Nach dem Motto „small is beautiful" sind vielmehr neue Ideen gefragt.
Beispiel wirksamer Klimaschutz und verantwortungsvoller Umgang mit den Energieressourcen
Als erste Devise muss gelten: Energie einsparen
Umgehend muss veraltete Bausubstanz auf einen besseren Energiestandard gebracht werden. Hilfestellungen, Anschubförderungen und Aktionen müssen auf den Weg gebracht werden, um private Hauseigentümer zum Umdenken zu bewegen.
Für den Kreistag aber auch für den Bezirkstag und Landtag bedeutet das vor allem eine Vorbildfunktion wahrzunehmen und die Energieeffizienz bei öffentlichen Gebäuden auf den höchsten technischen Standard zu bringen.
Es gilt, regenerative Energieträger zu erschließen und dabei alle Möglichkeiten zu nutzen. Windkraft, Wasser, Biogas- und Biomassenutzung, solare Wärme und Photovoltaik müssen sich ergänzen.
Beispiel Verkehr
Wir müssen die Verkehrsstrukturen rechtzeitig erneuern. Schon 2020 können die Erdölvorräte den Bedarf nicht mehr decken. Deshalb, vor allem aber aus Gründen der CO2-Einsparung, müssen wir handeln. Grundlegend ist ein klimagerechter Ausbau der Infrastruktur notwendig. Dem Ausbau des ÖPNV kommt dabei eine herausragende Bedeutung zu. Jetzt noch in überdimensionierte Straßenbauten zu investieren, wie etwa die A 94, ist eine kurzsichtige Fehlentscheidung. Vorausschauend müsste hingegen ein regionales Bahn- Busseticket für den Großraum München eingeführt werden.
Beispiel Schutz der Landschaft, der Natur und damit der Lebewesen
Die CSU im Kreistag ist schon seit Jahren nicht mehr bereit, Landschaftsschutzgebiete auszuweisen. Sie setzt lediglich auf freiwilligen Vertragsnaturschutz. Dauerhaften Schutz kann die Landschaft aber nur durch Schutzgebiete erfahren. Und für diese müssen wir Sorge tragen, dass sie unangetastet bleiben, wie jüngst die Idee einer neuen Straßentrasse durch den Ebersberger Forst gezeigt hat.
Das geplante „Interkommunale Gewerbegebiet" zwischen Parsdorf und Grub ist in seinem Ausmaß gewaltig überzogen. Flächenversiegelung im großen Stil (70 ha), ein die Infrastruktur überfordernder Zuzug und unverträglicher Verkehr werden die Folgen sein.
Aber auch andernorts wurde nicht auf eine schonende Landkreis- und Siedlungsentwicklung geachtet. Beispiel B 304 Kirchseeon: das planlose Ansiedeln von Gewerbe an dieser Straße hat weiteren Verkehr angezogen. Die Klagen sind laut. Aber dass Aldi Süd zusätzlichen Verkehr gebracht hat, dürfte auch in Ebersberg nicht verwundern. Derartige Planungen verstehe ich nicht unter dem Gesichtspunkt nachhaltiger Landkreisentwicklung.
Beispiel Schulen
Die Schulpolitik des Freistaates hat uns viele Neuerungen gebracht, die unsere Schülerinnen und Schüler vor eine frühe Auslese stellen und hohe Anforderungen an sie stellt: G8, R6, Lehrermangel, große Klassenstärken.
Mit einer Wirtschaftsschule im Landkreis wäre die Möglichkeit gegeben nach der 6., 7., 8. und 9. Klasse Hauptschule einem mittleren Schulabschluss zu erreichen.
Gebundene Ganztagsschulen für jede Schulart im Landkreis würden zu Chancengleichheit führen.
Beispiel menschenfreundliche Sozialpolitik
Der Bezirkstag ist der Kostenträger der Werkstätten für Behinderte Menschen:
Dort und bei den Einrichtungen für psychisch Kranke sind Einsparungen in erheblichem Unfang geplant und teilweise schon umgesetzt, obwohl die Anzahl der Hilfeempfänger stetig zunimmt. Mein Ziel ist es eine Finanzierung nach Bedarf zu sichern und nicht nach Kassenlage auszurichten. Dabei dürfen sich der Freistaat und der Kreistag nicht seiner finanziellen Verantwortung entziehen.
Insbesondere in der Jugendhilfe, für ein Leben mit Kindern ohne Armut und der Hilfe für Senioren muss auf die neuen gesellschaftlichen Herausforderungen eingegangen werden.
Präventionsmaßnahmen, Förderung und Hilfe zur Ausbildung helfen Jugendlichen herunter vom Abstellgleis der Perspektivlosigkeit.
Armut durch Kinder, und das in einem der reichsten Landkreise Deutschlands - das ist ein Armutszeugnis für die Politik. Wenn der Landkreis Geld für neue Straßenbauprojekte hat, dann hat er keine Veranlassung im sozialen Bereich zu sparen.
Der demographische Wandel braucht den Aufbau von neuen Strukturen für Senioren: Hilfestellungen, ambulante Pflege und stationäre Pflegemöglichkeiten in jeder Gemeinde.
Für mich gilt: Dem Wissen um den bestehenden Veränderungsdruck mit Verantwortung gegenüber zu treten und - wenn nötig - mit neuen Ideen zu begegnen. Das ist für mich wahre Tradition. Und dafür möchte ich mich einsetzen.
Jetzt. Für Morgen.





