
Verantwortlich für diese inhaltliche Seite "Windpark" ist
Birgit Woska-Mayer Vorstand vom Kreisverband Ebersberg und
Ortsverband Anzing
Windkraft: Pro und Kontra

Noch vor wenigen Jahren ahnte niemand, welche Bedeutung die Windkraft für unsere Energieversorgung gewinnen würde – aber auch nicht, dass sie die öffentliche Meinung einmal so polarisieren würde. Wir wollen mit objektiven und fundierten Informationen helfen, Klarheit zu schaffen und unsachliche Scheinargumente zu entlarven.
Windpark
Ebersberger Forst
Kurzdarstellung einschließlich Karte von möglichen Standorten im Ebersberger Forst (1,9 MB)
Visualisierung - Frotzhofen
Der Standort ist zwischen Frotzhofen und Anzing, an dem Abzweig des Feldweges, Aufnahmeentfernung ca. 1250m.
Visualisierung - Purfing
Der Standort ist am Ortsausgang von Purfing in Richtung Anzing, Aufnahmeentfernung ca. 1300m
Visualisierung - Wolfesing
Der Standort ist am südlichen Ortsausgang von Wolfesing in Richtung Zorneding am Abzweig des Felweges, Aufnahmeentfernung ca. 1300m
Infraschall
- Leitfaden Fachverband Strahlenschutz ( 311 KB)
- Ermittlung tieffrequenter Schallimmissionen (1,8 MB)
Messung an sehr großen (5MW) Anlagen in sehr geringer Entfernung (nur 500 m) - Messung und Bewertung von tieffrequentem Schall ( 93,9 KB)
Studie der Uni Oldenburg
Befeuerung
Ab einer Höhe von 100 Metern müssen die Windkraftanlagen zur Sicherheit von Flugzeugen befeuert werden. In einem bestimmten Rhythmus wird das Licht für 1 Sekunde ein- und für 0,5 Sekunden ausgeschaltet. Neuerdings darf die Hindernisbefeuerung bei guter Sicht gedämmt werden. In der Entwicklungsphase sind radargestützte Befeuerungen die sich nur dann einschalten, wenn sich ein Flugzeug nähert.
Um die Belastung für die Bevölkerung möglichst gering zu halten, wird die Befeuerung in Windparks gleichgeschaltet.
Mindestabstand
Die Bundesregierung hat folgende Empfehlungen ausgesprochen.
Der Mindestabstand beträgt bei:
- Wohngebieten 800 Meter
- Mischgebiete 500 Meter
- Gewerbegebiet 300 Meter
Die Empfehlung der Bundesregierung wird je nach Bundesland anders ausgelegt. Die Bayerische Staatsregierung orientiert sich an den Vorgaben der Bundesregierung.
Schattenwurf
Nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz darf der Schattenwurf (auch Schlagschatten genannt) durch Windkraftanlagen auf (bestehende) Wohnhäuser jeweils nicht mehr als 30 Stunden pro Jahr und 30 Minuten pro Tag betragen. Diese Grenzwerte gelten unabhängig von Anlagenzahl und -größe. Bei dem Jahresgrenzwert handelt es sich um eine theoretische Größe, die sich unter Annahme von stetigem Wind, Betrieb, Sonnenschein und maximaler Schattenprojektion ergibt. Dies führt zu realen Belastungen von etwa sieben bis acht Stunden im Jahr pro Immissionspunkt, die über Mess- und Steuerungseinrichtungen in den Anlagen eingehalten werden müssen. Insbesondere der flackernde Schatten des drehenden Rotors wird oft als belästigend empfunden. Anlagen, bei denen Gutachten zur Genehmigung eine Überschreitung der Grenzwerte zeigen, werden heute mit einer sonnenstands- und wetterabhängigen Schattenwurfregelung ausgerüstet, die durch die automatische zeitweise Abschaltung der Anlagen für die Einhaltung der Grenzwerte sorgen.
Geräuschentwicklung
- Schallausbreitung eines Windrads mit 138,4 m Nabenhöhe (250 KB)
- Vergleichsskala (23,6 KB)
15.11.2011 » » SZ Forum "Windkraft ja - aber nicht im Ebersberger Forst?"
Was ist uns der Ausstieg aus der Kernenergie und die Rettung des Klimas wert? Welchen Beitrag kann ein Windpark im Ebersberger Forst zur Energiewende leisten? Wie ernst sind die Sorgen von Anwohnern vor Lärmbelästigungen, Schattenwurf und einem Wertverlust ihrer Immobilien zu nehmen? Welche Entscheidungsgewalt hat die Kommunalpolitik?
Um diese Fragen geht es beim
SZ-Forum am Dienstag, 15. November, im Festsaal des GSD-Seniorenwohnparks, Fasanenstraße 24, Vaterstetten. Beginn ist um 19.30 Uhr.
Unter dem Motto "Windkraft ja - aber nicht im Ebersberger Forst?" diskutieren mit den Lesern Catrin Dietl vom Verein Landschaftsschutz Ebersberger Land, Jürgen Hoffmann von Green City Energy, Max Maier vom Arbeitskreis Bürgerakzeptanz Windenergieanlagen, Kerstin Mertens von der Schutzgemeinschaft Ebersberger Forst, der Landschaftsarchitekt Professor Sören Schöbel und Vaterstettens zweiter Bürgermeister Martin Wagner.
Durch den Abend führt SZ-Ressortleiter Ulrich Schäfer.
24.10.2011 » » Info-Veranstaltung des Landkreises zur Windenergie
Info-Veranstaltung für alle Bürger und Bürgerinnen im Landkreis.
Unabhängige Experten informieren zu:
- Schall und Schattenwurf von Windkraftanlagen
- Eingriff in die Natur
- Wirtschaftlichkeit
- technische Aspekte
- Immobilienbewertung
Montag, 24.10.2011 um 19:00
Dreifachturnhalle Gymnasium Vaterstetten
Ablauf und Referenten der Veranstaltung
Landkreis-Exkursion zu einem Windpark in der Oberpfalz vermittelt viele positive Eindrücke
Ca. 140 Teilnehmer aus dem Landkreis haben am Samstag (22.10.2011) an der Fahrt zum Windpark "Zieger" in der Gemeinde Velburg teilgenommen. Dabei konnten Gegner und Befürworter ihre Eindrücke „erspüren“ und sich vor Ort informieren. Ob eine Annäherung der beiden Seiten stattgefunden hat, bleibt abzuwarten.
Für die Gemeinden Zorneding, Vaterstetten und Anzing wurde jeweils ein Bus bereitgestellt. Ein Bus aus Ebersberg kam noch dazu. Für die Grünen mit von der Partie waren vom Kreisvorstand Birgit Woska-Mayer, von der Kreistagsfraktion Waltraud Gruber, Reinhard Oellerer und Max Maier, die GemeinderätInnen Barbara Spachmann-Bückers, Günter Glier und Wolfgang Endler.
Wie der geplante Windpark im Ebersberger Forst stehen in Velburg fünf Rotoren mit einer Nabenhöhe von 138 Metern im Waldgebiet. Die Leistung pro Anlage erreicht 2,3 MW. Der Windpark spart jährlich 18.000 Tonnen CO2 ein und liefert Strom für 8.000 Haushalte. Projektträger des Windparks ist die „Energieallianz Bayern“, ein Zusammenschluss aus kleineren Gemeindewerken.
Folgende Sinneseindrücke geben die Wahrnehmung der Autorin wieder. Die Anlagen werden trotz ihrer Höhe nicht als störend empfunden, das langsame Drehen der Rotoren ist ruhig. Am Tag der Besichtigung herrschte Ostwind, die Anlage fuhr fast auf Maximalwert. Direkt unter den Anlagen konnten die Rotorengeräusche wie ein entferntes Flugzeug wahrgenommen werden. In 1000 Metern Entfernung in der Windrichtung konnte nur mehr das Rauschen der Blätter im Maisfeld und ab und zu Verkehrsgeräusche der wenig befahrenen Straße in der Nähe wahrgenommen werden. Ein Schallmessgerät, das Grünen-Gemeinderat Wolfgang Endler mitgebracht hatte, konnte im Meßbereich des Gerätes nichts mehr messen und zeigte sowohl direkt unter dem Windrad, als auch in 1 km Entfernung auf „unter 50 dB“.
Bürgermeister und Gemeinderäte aus Velburg, Anlagenerbauer und Anlagenbetreiber standen für Fragen zur Verfügung und konnten viele Bedenken zerstreuen. Velburgs Bürgermeister Bernhard Kraus, der die Gäste unter einem Windrad begrüßte, steht der Windenergie in seiner Gemeinde sehr positiv gegenüber. Das nächste Windrad will er unter Gemeinderegie betreiben.
Ulrich Lenz von der Betreiberfirma Ostwind berichtete, dass bisher noch nie „Eiswurf“ zu einem Problem wurde. Auch beim Thema Infraschall erläuterte er, dass nur bis zu einer Entfernung von 30 Metern diese Schallform auftritt.
Anschließend konnte noch eine Baustelle eines neuen Windparks besichtigt werden. Sehr beeindruckend war der 150 Meter hohe Kran. Laut Lenz ist nur durch die neue Krantechnik der Bau von binnenlandoptimierten Windkraftanlagen möglich geworden. Lediglich Deutschland ist bisher in der Lage solche Kräne zu bauen. Auch das ist ein Bespiel wie stark sich die regenerativen Energien als Wirtschaftsmotor erweisen.
Resümee:
Wie können wir im Landkreis Ebersberg es besser machen? Die Windenergie nicht Investoren von Stadtwerken, Energiekonzernen und Privaten überlassen, sondern die Landkreisbürger an den Einnahmen profitieren lassen. Entweder in Form von Bürgerbeteiligung oder als kommunal betriebene Anlage der Gemeinden oder auch des Landkreises.
Motto:
Wie auf der Schautafel am Windpark steht, so sehen es auch die Grünen im Landkreis Ebersberg: "Grüner Wind weht auch in Bayern, wir wollen ihn nutzen."
©foto: Waltraud_Gruber
Von: Waltraud Gruber
Vaterstetten - Windkraft im Forst - eigene Exkursion
Private Exkursion zu vergleichbaren WKA westlich von Fürth bei Wilhermsdorf.
Sehen und hören Sie das Ergebnis.
Die 4 Anlagen mit 138m Nabenhöhe, 2 weitere abseits Günter Glier sieht sich als Gemeinderat in der Verantwortung bei der Entscheidung und nimmt dies sehr ernst. Messungen, Berechnungen und Prognosen kann er als Laie nicht nachprüfen, die Verunsicherung teilt er durchaus mit den möglicherweise Betroffenen.
Um sich ein eigenes Urteil zu verschaffen, hat er am 21./22. Juli eine ganz private Tour zu Windkraftanlagen bei Wilhermsdorf (westlich Fürth) unternommen. Bitte zuerst den Bericht lesen.
- Beitrag zur Diskussion der Windanlagen im Ebersberger Forst
- Auswahl der WKA, Landkarten, Standorte usw.
- Fotos
- Akustischer Versuch, die Lautstärke der Windräder vergleichbar zu machen
Autor: Günter Glier, Gemeinderat Vaterstetten
21.07.2011
Rückenwind für Windenergie
Die Energiearbeitskreise des Landkreises haben sich in einer gemeinsamen Erklärung für die Windenergienutzung im geplanten Windpark im Ebersberger Forst ausgesprochen:
Der Kreistag beschloss 2006 ein Aktionsprogramm für die nachhaltige Entwicklung des Landkreises Ebersberg und 2008 stimmte die Energiekonferenz des Landkreises für die Nutzung der Windenergie. Dazu sollen bis 2030 mindestens 20% des Stroms mittels Windenergie erzeugt werden. Dies ist notwendig, sinnvoll und erreichbar.
Eine vom Umweltausschuss des Landkreises in Auftrag gegebene Ersteinschätzung erklärte 19 Standorte als geeignet. Ertragsberechnungen durch zwei unabhängige Gutachter ergaben, dass Standorte auf der Münchner Schotterebene besser geeignet sind, als die in der Ersteinschätzung betrachteten Standorte.
Green City Energy hat sich bereit erklärt eine einjährige Windmessung in 140 m Höhe (Nabenhöhe) durchzuführen. Um diese finanzielle Vorleistung von etwa 140.000 Euro abzusichern, muss die Pachtoption für entsprechende Grundstücke zur Errichtung eines Windparks am Rande des Ebersberger Forstes gegeben sein. Die Bayerischen Staatsforsten als Eigentümer der Grundstücke, setzen dafür die grundsätzliche Befürwortung der angrenzenden Gemeinden Anzing, Vaterstetten und Zorneding voraus.
Der Standort von Windenergieanlagen am Rand des Ebersberger Forstes ist ideal, da Beeinträchtigungen durch Schattenwurf und Geräusche äußerst gering gehalten werden können. Die für dieses Projekt geplanten modernen Anlagen sind besonders leise. Selbst bei maximaler Windgeschwindigkeit ist die Anlage in 1000 Meter Entfernung kaum zu hören — bei normaler Windgeschwindigkeit (ca. 3 m/s) ist sie nicht zu hören.
Die berechtigten Interessen der Bürger werden durch entsprechende Gutachten im Genehmigungsverfahren berücksichtigt. Auch Vögel und Fledermäuse dürfen nicht beeinträchtigt werden, was in speziellen Prüfungen nachzuweisen ist.
Ob die geplanten Windenergieanlagen schön oder hässlich sind, darüber lässt sich streiten. Aber sie werden immerhin schon ca. 10 Prozent des im Landkreis verbrauchten Stroms erzeugen können.
Wohl kaum umstritten ist der Nutzen der Energiewende im Landkreis. Dazu sind die Windräder im Forst ein wichtiger Schritt, dem weitere folgen müssen. Die tatsächlich verbrauchte Fläche durch Windenergieanlagen ist minimal. Die Windenergie ist ein billiger und reichlich vorhandener, sauberer und erneuerbarer Rohstoff. Durch diese häufige Verfügbarkeit wäre Deutschland weniger abhängig von Energieversorgung aus dem Ausland.
Bei der Produktion von Strom durch Windenergieanlagen entsteht kein Ausstoß von Schadstoffen.
Windenergieanlagen haben eine äußerst günstige Energieamortisationszeit (die Zeit, bis die zur Herstellung einer Anlage benötigte Energie wieder eingespielt ist), sie liegt bei 4 bis 10 Monaten. Der Rückbau von Windenergieanlagen ist unproblematisch.
Die unten genannten Gruppierungen befürworten nach sorgfältiger Abwägung aller Arguente im Interesse der künftigen Versorgungssicherheit aus regenerativen und ungefährlichen Energien die Weiterführung der Planungen, insbesondere die Aufstellung eines Messmasten an der Westseite des Ebersberger Forstes und empfehlen den Ratsgremien der Gemeinden Anzing, Vaterstetten und Zorneding im Interesse der Bürger, dringend dem Windprojekt zuzustimmen.
Unterzeichner der Erklärung:
- Andre Kosak „Kommunaler Arbeitskreis Energie Anzing"
- Peter Fleckner „Energiewende Vaterstetten“
- Wolfgang Poschenrieder „Energie-Forum- Zorneding“
- Andreas Münnich „Ebersberger Bündnis für den Atomausstieg“
- Olaf Rautenberg „Agenda 21- Arbeitskreis Energie und Ressourcen des Landkreises Ebersberg“
- Max Maier „AK Bürgerakzeptanz Windenergieanlagen“
11.09.2011
Landkreisgrüne sprechen sich für Windenergie aus
Eigens um das Thema Windenergie gemeinsam zu erörtern, haben sich die Landkreisgrünen in Zorneding getroffen. Anwesend waren Grüne Gemeinderätinnen und Gemeinderäte aus Anzing, Vaterstetten und Zorneding, der Kreisvorstand, der Sprecher des Arbeitskreises Windenergie und die Fraktionsspitze der Kreistagsgrünen. Besprochen wurden der Stand in den einzelnen Gremien und die weitere Vorgehensweise.
Die Bedenken von Teilen der Bevölkerung gegen die vom Landkreis an Green City Energy in Auftrag gegebene Windmessung werden dabei sehr ernst genommen. Die Grünen möchten diese Bedenken mit sachlichen Informationen ausräumen.
Bei all der Diskussion in den Gemeinderäten darf nicht vergessen werden, dass das Thema Windenergie und die vorgeschlagenen Standorte vom Kreistag ins Leben gerufen wurden. Der Kreisumweltausschuss des Kreistages hat das Projekt einstimmig begrüßt und will die Probemessung finanziell fördern. Seitens des Kreistages wird die Windenergie über alle Parteien hinweg begrüßt.
Das Projekt im Ebersberger Forst hat die volle Unterstützung der Landkreisgrünen. Will der Landkreis Ebersberg sein in den Leitlinien gestecktes Ziel erreichen und bis 2030 unabhängig von fossilen und endlichen Energieträgern werden, dann geht kein Weg an der Windenergie vorbei. Das Projekt im Ebersberger Forst hat gerade deshalb die volle Unterstützung der Landkreisgrünen. Keine Energieform ist so effektiv zudem ohne nachhaltige negative Beeinträchtigungen. Die Wertschöpfung bleibt am Ort. Im Süden Deutschlands befindet sich das größte noch ausbaubare Potential an Windenergiestandorten.
Die Grünen setzen sich dafür ein, dass Bürgerwindkraftanlagen zum Zug kommen, an denen sich die Landkreisbevölkerung finanziell beteiligen kann. Der von Green City Energie projektierte Windpark im Ebersberger Forst erfüllt diese Anforderungen, denn seine Finanzierung ist mit Bürgerbeteiligung geplant.
Die Grünen begrüßen eine Infoveranstaltung mit unabhängigen Gutachtern und die geplante Infofahrt zu bestehenden Windenergieanlagen. Die Grünen fordern, dass auch die Befürworter der Windenergie stärker beachtet werden, ein Forum bekommen und in die Diskussion mit einbezogen werden.
Die Grünen werden sich weiterhin aktiv in strukturierter und organisierter Form an der Debatte beteiligen.
Herausgeber der Pressemitteilung: Waltraud Gruber, Benedikt Mayer, Max Maier, Birgit Woska-Mayer, Heinz Fröhlich, Helmut Obermayer, Wolfgang Endler, Barbara Spachmann-Bückers, Günter Glier
05.08.2011
Energiewende im Landkreis geht nicht ohne Windenergie
Max Maier, Grünen-Kreisrat und Leiter der Projektgruppe Windenergie, bezieht in einer persönlichen Erklärung Stellung zu dem geplanten Windenergiepark im Ebersberger Forst.
Antrag: Besichtigungsfahrt zu bestehenden Windkraftanlagen
Die Kreistagsfraktion schlägt eine Besichtigungsfahrt zu bestehenden Windkraftanlagen vor, die interessierten Bürgerinnen und Bürgern des Landkreises die Möglichkeit gibt vor Ort Erkundigungen einzuholen und um bestehende Vorurteile abzubauen.
Wer Windenergie will findet Standorte - wer nicht findet Begründungen
Die Grünen im Kreistag Ebersberg und der Kreisvorstand befürworten in einer gemeinsamen Presseerklärung die geplanten Windenergieanlagen im Westen des Ebersberger Forstes.
Güter abgewägt - zugunsten der Windkraft
Von Anzing, Vaterstetten und Zorneding und davon, wie stark dort der Widerstand sein wird, hängt es ab, ob die sechs angedachten Windräder im Forst sich – nach positiver Testphase – bald drehen werden oder nicht. Dies und vieles mehr erläuterte Kreisrat Max Maier auf dem 2. „Ebersberger Gespräch" des Ebersberger OV.
Dass der Landkreis die Windenenergie braucht, um den Umstieg auf erneuerbare Energie zu schaffen, ist unbestritten. Mindestens 20% des Strombedarfs müssen bis 2030 aus Windkraft kommen. Den Erwartungen zufolge, die durch eine Versuchsmessung geprüft werden sollen, wäre die Hälfte davon bereits mit sechs Windrädern an der Westseite des Ebersberger Forstes zu gewinnen. Gegen die Aufstellung regt sich jetzt Widerstand, vor allem in Anzing und Purfing, wo BürgerInnen, unterstützt von Junger Union und Frauenunion, optische Beeinträchtigungen und eine Wertminderung ihrer Grundstücke befürchten. Soll man wegen einiger sehr streitbarer GegnerInnen des Projekts Verzögerungen in Kauf nehmen, womöglich sogar ein Scheitern des Themas im Landkreis? Darüber haben wir auf unserem zweiten „Ebersberger Gespräch“ ausführlich diskutiert.
Die Bayerischen Staatsforsten werden ihren Grund nur dann für die geplanten Windräder zu Verfügung stellen, wenn der Landkreis und die anliegenden Gemeinden Anzing, Vaterstetten und Zorneding zustimmen, machte Max eindeutig klar. Für entscheidend hält es daher, die BürgerInnen als Mitstreiter zu gewinnen, was in der Anfangsphase der Planung vielleicht nicht intensiv genug geschehen sei. Norbert Neugebauer, Büroleiter des Landrats, der sich selbst als „absoluter Fan der Windkraft“ bezeichnete, gab zu bedenken, dass die geplanten Anlagen mit ihren 140 m Nabenhöhe tatsächlich in manchen Augen eine nicht zu verleugnende Belastung darstellen können.
Während objektiv wirklich keine Belästigung durch Lärm und Schatten zu befürchten sind und die Nähe an selbst erzeugten Strom sogar einmal ein Vorteil sein könnte, gibt es einfach Menschen, die die neue „Optik“ des Forstes sehr stören würde. Sie alle mit ins Boot zu holen, waren wir uns bei dem Gespräch einig, wird nicht möglich sein. Aber unsinnige Befürchtungen auszuräumen, müsste gelingen. Letztendlich gilt es die Güter „Forst und Landschaftsbild ohne Eingriff“ und „Energiewende“ gegeneinander abzuwägen, wobei wir Grüne uns nach reiflicher Überlegung eindeutig zugunsten der letzteren entscheiden.
Ob die Akzeptanz durch die Möglichkeit der finanziellen Beteiligung der BürgerInnen deutlich zu verbessern ist, war bei dem Gespräch umstritten. Green City Energy, die die Anlage bauen und betreiben will, bietet eine Modell mit 70%iger Finanzierung durch Genossenschaftsbanken und 30%iger Ko-Finanzierung durch Bürger an. Für einige Menschen mag das verlockend sein – die Firma verspricht mindestens 6% Rendite -, andere, so wurde argumentiert, könnten sich mangels finanzieller Möglichkeiten ausgeschlossen fühlen. Als sozialstes und demokratischstes Modell erscheint uns deshalb ein breit angelegtes finanzielles Engagement der Gemeinden.
Autor: Bettina Goldner
06.07. 2011
Ein wichtiger Schritt zur Windenergienutzung im Landkreis Ebersberg
Der Umweltausschuss stimmte der Errichtung eines 140 m hohen Messmasten durch die Fa. Green City Energy im Westteil des Ebersberger Forstes zu.
Stundenweise schon mehr Windstrom als Atomstrom

- ©Waltraud Gruber
Leider hinkt der Landkreis Ebersberg noch hinterher: In Deutschland waren am Ende des Jahres 2010 schon 27,2 Gigawatt (27,2 Millionen Kilowatt) Windkraft installiert. An Atomkraft sind noch 20,5 Gigawatt am Stromnetz. Heute am windreichen 4. Februar wird viele Stunden die Windkraft voraussichtlich mehr Strom als die Atomkraft erzeugen und für weniger als 9 Cent pro Kilowattstunde liefern.
Die neuen Zahlen des Deutschen Windenergie Instituts (DEWI, Wilhelmshaven) sagen, dass im vergangenen Jahr in unserem Land wieder kräftig in die Windkraft investiert wurde. 759 Anlagen mit zusammen 1.551 Megawatt (1.551.000 Kilowatt) wurden errichtet.
Mappus und Seehofer haben sich vehement für das Weiterlaufen der seit 60 Jahren ohne Entsorgung arbeitenden Atomkraftwerke eingesetzt. Im Jahr 2010 wurden in Baden-Württemberg nur 8 und in Bayern nur 25 neue WKA errichtet. Dass es anders geht, sieht man im ebenfalls hügeligen Binnenland Rheinland-Pfalz. Dieses Land hat zwar weniger als 30 Prozent der Fläche Bayerns, hat kein AKW mehr, ist sogar dichter besiedelt als Bayern und hat im Jahr 2010 weitere 65 WKA gebaut. Im landwirtschaftlich und industriell geprägten Rheinland-Pfalz erzeugen bereits 1.086 Windkraftwerke Strom. Es wird Zeit, dass sich auch im Landkreis Ebersberg Windräder drehen, um unsere Stromversorgung der Zukunft zu sichern!
Autor: Max Maier Kreisrat und Leiter der Projektgruppe Windenergie
04.02.2011





































