Wahlperiode 2014-2020

VERKEHR

 

B304

Derzeit sind vom Freistaat Bayern zur Aufnahme in den neuen Bundesverkehrswegeplan zwei Trassen angemeldet.

Eine davon ist die weiträumige Südumgehung. Diese wird von der Grünen Liste kategorisch abgelehnt. Gründe hierfür:

Die Südtrasse verläuft sehr nahe an den Fassungsbereichen (Zone1) der Wasserschutzgebiete vorbei. Der Schutz dieser Zonen ist besonders in Kirchseeon wegen der Grundwassersituation wichtig. Bisher strömt das Grundwasser im Untergrund von Südwesten her ungefährdet auf die Ortsgebiete zu. Im südlichen Ortsbereich verhindert ein natürlicher Grundwasserstauer unter Umlenkung des Grundwasserstromes den unterirdischen Kontakt zu der massiv kontaminierten Bodenzone unter dem früheren Schwellenwerk der Bahn. Die durch den Straßenbau zwangsläufigen starken Eingriffe in die schützende, obere Bodenschicht über dem Grundwasserstrom sollten unbedingt vermieden werden. Dabei meinen wir Bauphase (Offenlegung der Schutzschicht) wie auch spätere dauerhafte Gefährdung.

Die weiträumige Südumgehung beeinträchtigt sämtliche Waldgebiete, die Kirchseeon und Eglharting im Süden begrenzen. Die Straße würde mehr als 5km Wälder durchschneiden und über längere Strecken entlang sensibler Waldrandgebiete führen. Viele Tierarten wären davon betroffen (vor allem Amphibien und Wild). Die Zerschneidung zusammenhängender Waldgebiete ist eine Hauptursache für den fortschreitenden Artenschwund.

Ein mehrere hundert Meter breiter Streifen links und rechts der vorgestellten Trasse würde verlärmt. Die Lebensqualität des Kirchseeoner Südens würde geschmälert. Angesichts der zur Neige gehenden Ölvorräte und der Ungewissheit, wie Mobilität in 20 Jahren ausschauen wird, ist es geradezu absurd, den unbebauten Süden von Kirchseeon durch ein mehr als 9 km langes Straßenmonster zu verbauen, das zudem eine viel zu geringe Entlastungswirkung hätte.

Als weitere Trasse ist unsere Tunnellösung zur Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan vorgesehen. Diese als Kompromissvorschlag von uns vor der letzten Kommunalwahl entworfene Variante sollte solange verfolgt werden, wie die Verkehrsbelastung > 15.000 Autos/Tag ist. Als Maßnahme im Bundesverkehrswegeplan hat sie damit zweifellos Berechtigung, da dort Einträge bis hinunter zu 1400 Autos/Tag verzeichnet sind. Die realistische Chance auf den Tunnel fußt darauf, dass wir auf Bundesebene die Ziele verfolgen, unnötige Verkehrsprojekte zu stoppen und Bodenversiegelung (Flächenfraß) wirksam zu vermeiden. Diese Maßstäbe müssen allerdings auch für unseren eigenen Vorschlag gelten.

Auch wenn derzeit keine Planung für den Norden aufgenommen worden ist, wird die Grüne Liste Kirchseeon weiterhin alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel ausschöpfen, um die Verlegung der B304 in den Bannwald Ebersberger Forst zu verhindern.

Die bisher angedachten Trassen sind nicht nur ökologisch widersinnig und zerstören eines der letzten großen Naherholungsgebiete im Münchner Osten. Die geplanten Trassen sind auch unrealistisch, weil sie über beträchtliche Strecken durch ein FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) führen und damit bundesdeutsches und europäisches Recht diese Trassenführungen verhindert oder auf Jahrzehnte deren Realisierung verzögert. Wer eine Trasse durch den Ebersberger Forst fordert, verspielt allein schon aufgrund der Rechtslage die Chance, überhaupt in absehbarer Zeit zu einer Entlastung für die Kirchseeoner Bevölkerung zu gelangen.

Im Sinne einer großräumigen Gesamtlösung verstehen wir diese prinzipielle Ablehnung nicht als Verweigerungshaltung gegenüber einem Kompromiss, der Strecken unter 500m am Rande des FFH-Gebiets einschließt. Eine sinnvolle Lösung darf nicht im „Klein-Klein“ scheitern!

Soweit zur Zukunft. Wir Grünen in Kirchseeon arbeiten im Jetzt fordergründig daran, durch eine aktive Ortspolitik verhindern, dass es zu weiteren Belastungen entlang der derzeitigen Trasse kommt. Die Grüne Liste ist die einzige Gruppierung im Gemeinderat, die gegen eine weitere Ansiedlung von Wohnbebauung entlang der Bundesstraße eintritt. Um bis zu einer etwaigen Realisierung der Tunnellösung den maximalen Schutz der ortsansässigen Bevölkerung zu gewähren, treten wir weiterhin für Verkehrsberuhigung an den tatsächlichen Ortseingängen, Sanierung des Straßenbelags mit „Flüsterbelägen“ und eine Erhöhung der Messzeiten der kommunalen Verkehrsüberwachung ein.

 

Schienenverkehr

Wie unsere Landtagsfraktion vertreten wir Grüne im Ort die grundlegende Ansicht, dass alpenquerender Güterverkehr auf die Schiene gehört. Den Brenner-Basis-Tunnel lehnen wir wie die Grünen in Tirol und Südtirol ab, weil es keine Lkw-Verlagerungsgarantien gibt und es fraglich ist, ob nicht durch den Ausbau der jetzigen vorhandenen Strecken bei wesentlich geringeren Kosten die gleiche Entlastungswirkung erreichbar wäre.

Was die Strecke München-Rosenheim betrifft, die durch unseren Ort verläuft, sehen wir keine Notwendigkeit einer Erweiterung, da mit dem sinnvollen Ausbau der Strecke München – Mühldorf – Freilassing – Salzburg eine Teilung des Verkehrs ab München-Ost einhergeht, Verkehrskapazität auf der Rosenheimer Strecke also vor allem für die Fernlinien nach Innsbruck zur Verfügung steht.

Darüber hinaus fordern wir eine Bürgerbeteiligung von Anfang an bei der Planung der Zulaufstrecken, und für jeden Streckenausbau einen Lärmschutzstandard wie im Unterinntal in Österreich – wir sind hier keine Bürger zweiter Klasse.

 

Innerörtlicher Verkehr

Mehr Lebensqualität am Ort ist entscheidend mit der Frage verbunden, wie sich der innerörtliche Verkehr entwickelt. Um den notwendigen Autoverkehr vor Ort erträglicher zu gestalten, vertreten wir drei Prinzipien: Vermeidung – Verlagerung – Verlangsamung.

Vermeidung: Es ist sinnvoll Gewerbe, Wohnen, Versorgung und Freizeitangebot miteinander zu verzahnen. Dazu müssen Geschäfte im Zentrum und nicht in Ortsrandlage angesiedelt werden. Wir plädieren für eine praktische Umsetzung eines Buskonzeptes für den Ort, um besonders Alten, Jungen und sozial Schwachen eine Alternative zu bieten und Mobilität bei geringer Verkehrsbelastung zu sichern.

Verlagerung: Durchgehende Radverbindungen durch den Ort ohne Gefährdung und Hindernisfahrt, Fußgängerwege an belebten Straßen, insbesondere an Ortsverbindungsstraßen, gehören zu den Grundelementen einer langfristigen grünen Verkehrsplanung, da es dann attraktiv wird, andere Verkehrsmittel als das Auto zu nutzen. Insbesondere Neubaugebiete müssen fußgänger- und radfahrer- gerecht geplant werden. Sowohl für Kirchseeon (Bereich Waldbahn) als auch für Eglharting (Bereich Riederinger Str.) sollten Übergänge über die B304 ergänzt werden, nach der erfolgten Modernisierung der Unterführung an der Grund- und Hauptschule halten wir hier auch Überführungen für prüfenswert.

Verlangsamung: Um Lärm zu vermeiden und Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten, begrüßt die Grüne Liste Kirchseeon die Ausweitung der Tempo-30-Zonen im Ort in den vergangenen Jahren. Aber nur durch bauliche Maßnahmen wie Straßenverengung und Kennzeichnung von Überwegen kann gewährleistet werden, dass die verkehrsberuhigten Zonen auch tatsächlich als solche angenommen werden. Straßenraum soll zu Lebensraum werden, der die Begegnung der Menschen ermöglicht. Besonders im Zentrum sind deswegen verkehrsfreie Zonen (Fußgängerzone um den Kernbereich des Marktes am Perchtenbrunnen) zu schaffen. Auch Spielstraßen sollten in einem abgestimmten Konzept eine stärkere Rolle spielen.

 

Mobilität ohne Motor

Zu Fuß gehen und Radfahren muss in Zukunft in unserer Gemeinde durch bessere Rahmenbedingungen und mehr Sicherheit attraktiver werden.

Dabei geht es z.B. um die Fahrradabstellplätze an den Bahnhöfen, die durch mehr überdachte Abstellplätze und bessere Beleuchtung sicherer und nutzerfreundlicher gestaltet werden könnten.

Die Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfaher in unserer Gemeinde kann als problematisch bezeichnet werden. Als Beispiele seien die Bereiche Wasserburger Straße, Bahnhof, Bahnbrücke und Zubringer genannt. Die Meinung "wer sich nicht traut, mit dem Rad zu fahren, muß eben zu Fuß gehen" ist nicht die passende Haltung zu diesem Thema. Auch bei der Verbindung Eglharting - Kirchseeon und zu den angrenzenden Orten fehlen noch viele Teilstücke für den Radverkehr. Man kommt schon über den Schotterweg entlang der Bahn oder über den Fußgängerweg bei der Bahnunterführung in Eglharting irgendwie von A nach B; zum Umsteigen auf das Fahrrad lädt das aber nicht gerade ein.

Die Idee eine Autoteilergemeinschaft in unserer Gemeinde zu gründen, werden wir in jeder Hinsicht unterstützen. In anderen Gemeinden des Landkreises laufen diese Gemeinschaften bereits sehr erfolgreich und bieten in Sachen Kosten/Nutzen eine echte Alternative zum eigenen Auto.

 

Info-Abend zur B304 im Landkreis EBE

Am Donnerstag, dem 6. Dezember 2012, empfangen wir Kirchseeoner Grüne alle verkehrspolitisch Interessierten zu einer Informationsveranstaltung rund um die „Vorauswahl erwogener Projekte für den Bereich der Bundesfernstraßen in Bayern“ durch das Staatsministerium des Innern – eine Etappe auf dem Weg zur Aufstellung des nächsten Bundesverkehrswegeplans.

Am letzten Freitag, dem 30.11., hat die Kreisversammlung von B‘90/Die Grünen mit Hinweis auf Verkehrsentwicklung, Flächenverbrauch und bestehendes Mobilitätskonzept beschlossen, die Tunnelvariante für Kirchseeon zu befürworten und die Kirchseeoner Südvariante wie die Umgehungen für Steinhöring und Tulling abzulehnen.

Nachdem am Vormittag der Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie des bayerischen Landtags zum gleichen Thema berät, beginnen wir 19:30 Uhr im Gasthof Hamberger in Eglharting.

Der aktuelle Schritt im Verfahren (Seiten des StMI)

Unsere Einladung

Erfolg per Petition (Seiten des Bündnisses zum Schutz des Kirchseeoner Südens)

Nach dem Bürgerbegehren ist vor der Wahl

Wir danken allen Sympathisanten, Helfern und natürlich denen, die für unsere Anliegen gestimmt haben, nicht zuletzt dem Aktionsbündnis zum Schutz des Kirchseeoner Südens!

Hier eine Übersicht aller wesentlichen Dokumente:

Langfassung unserer Pressemitteilung vom 3. August

Überblickskarte

Plakat 

Bürgerbegehren Vorderseite

Bürgerbegehren Rückseite (Detailkarte)

Vortragsfolien vom 17. Juli (Veranstaltung mit Dr. Toni Hofreiter, MdB)

Vortragsfolien vom 4. April 2012(pdf, stark reduziert)

Vortragsfolien vom 4. April 2012(selbstentpackendes Archiv)

Machbarkeitsstudie des Straßenbaumts (2009), ohne Tabellen und Karten

Link zur Zusammenfassung der Machbarkeitsstudien (Gemeindeseite)

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Vortragsfolien vom 9. November 2007

Flyer "B304(tief)" aus dem Wahlkampf 2007/2008

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Eine Überarbeitung der folgenden Abschnitte dieser Seite und eine Zusammenfassung unserer Aktivitäten seit 2007 erfolgt in Kürze.

 (Stand 03.08.2012)

Tunnelbegehren am 7.Oktober

Unser Bürgerbegehren ist nun beschlossene Sache. Der Gemeinderat hat es einstimmig zugelassen.

Am Dienstag, dem 17. Juli 2012, empfangen wir Kirchseeoner Grüne unser Bundestagsmitglied Dr. Toni Hofreiter, der zugleich auch Vorsitzender des Bundesverkehrsausschusses ist (Plakatdownload).

Los geht's 19:30 (Einlaß 19 Uhr) in der Aula des Berufsförderungswerkes in der Moosacher Str. in Kirchseeon (Anfahrt).

Neben Toni, der ein ausgewiesener Experte für den Bundesverkehrswegeplan ist, werden auch lokale Fachleute und Engagierte zu Wort kommen und Fragen beantworten.

... und hier Voransichten unserer Postkarten, die gerne heruntergeladen (gute Qualität), ausgedruckt und verteilt werden können:

Antworten zu aktuellen Fragen - Wirtschaftlichkeit und Kosten

(30.05.2012)

Nachdem die Gemeinde reale und vermeintliche Antworten auf ihre Internetseite gestellt hat, wollen auch wir Stellung zu Fragen, die sich aus der aktuellen Situation ergeben, beziehen:

Zunächst forden wir hiermit die die Redaktion der Gemeindeseiten auf, die Quellen offenzulegen. Der Hinweis "Die Antworten ergeben sich aus der Machbarkeitsstudie vom 30.09.2009 mit Ergänzung vom 23.12.2011 zu untersuchten Trassen, schriftlichen Stellungnahmen des Staatlichen Bauamts Rosenheim und anderen amtlichen Quellen", ist unzureichend und belegt zugleich, das anteilig interpretiert wurde.

Zurückweisung der Kostenrelation

Wir werden dort mit einer Kostenschätzung für den Tunnel in Höhe von 41 Mio Euro zitiert. Dies ergab sich aus dem Versuch einer Abschätzung nach oben aus dem Jahr der Erstplanung (2007). Tatsächlich geht auch das Straßenbauamt in seinen Kilometeransätzen davon aus, dass ein Tunnel in offener bzw. Deckel-Bauweise etwas günstiger als einer in bergmännischer Bauweise ist (siehe Machbarkeitsstudie). Der Versuch war also nicht aus der Luft gegriffen. Da jedoch zwischenzeitlich sämtliche Planungsansätze, nicht nur bei allen Trassenvarianten in Kirchseeon, nach oben korrigiert wurden, ist hier eine belastbare Aussage schwer möglich. (Achtung: Das Strassenbauamt hat immer den fast gleichen (20..27 Mio Euro/km) Ansatz für alle Kirchseeoner Tunnel verwendet - detaillierter ist die Untersuchung nicht!) Die Planung des Starnberger Tunnels ist relativ weit fortgeschritten und umfasst ein nahezu identisches Finanzvolumen wie das für die Tunnelvariante vom Straßenbaumt veranschlagte (105 Mio Euro). Wir gehen zwar davon aus, dass unsere aktuellen Modifikationen (u.a. Nutzung von 350 m vorhandenem Straßenkörper und kürzere Strecke) zu einer Planungssumme deutlich unter 100 Mio Euro führen, möchten aber festhalten, dass niemand in Zweifel zieht, dass der Tunnel finanziell gesehen teurer als die weitläufige Südtrasse ist.

Halten wir fest:

Die Tunnelkosten liegen im Bereich der des für Starnberg geplanten Tunnels, sind daher im Bundesverkehrswegeplan darstellbar und liegen über den Kosten der weitläufigen Südtrasse.


Kosten der weitläufigen Südtrasse

Diese sehen wir vor allem in wertvoller Natur, ökologisch sensiblen Gebieten, dem Verlust eines Naherholungsgebietes und dem Risiko für unser Trinkwasser. Aber auch die finanziellen Kosten werfen Zweifel auf. Wir fordern hiermit die Befürworter der weitläufigen Südtrasse und das Straßenbaumt auf, zu erklären, wie die Brücke über Bahn und Moos incl. der Rampen für die veranschlagten Kosten gebaut werden sollen. Uns gegenüber hat Jürgen Schmeitzner, Staßenbauexperte am Berufsförderungswerk, große Bedenken angemeldet und auf die jahrelangen Probleme beim Bau des Bahndamms verwiesen, an die sich viele Kirchseeoner erinnern, wie wir beim Sammeln der Unterschriften erfahren haben.

Halten wir fest:

Die weitläufige Südtrasse kostet in jedem Fall mehr als 1/3 der Tunnelvariante, wie vom Aktionsbündnis "Ja zur Südtrasse" behauptet (Flyer vom 14. Mai). Wir halten etwa die Hälfte für realistisch. Dagegen ist der direkte Neuflächenverbrauch nur für die Straßen selbst (Länge mal Straßenbreite) 10 mal so hoch wie bei unserer Tunnelvariante.


Zurückweisung der Unwirtschaftlichkeit

Die Machbarkeitsstudie (Langfassung) nimmt unter den Überschriften "Beschreibung" und "Kosten/Nutzen" mehrmals Bezug darauf. An keiner Stelle wird eine Unwirtschaftlichkeit festgestellt. Im Gegenteil, die "Verkehrswirksamkeit" wird ausdrücklich gelobt. Die Fragestellung, die aufgeworfen wird, ist mit dem Planungsfortschritt des Starnberger Tunnels klar beantwortet: Eine solche Variante ist mit dem "Begriff des Nebaus einer Bundesfernstraße" vereinbar. Wir fordern daher die Redaktion der Gemeindeseiten auf, auch diesen Bereich zu überarbeiten.

 

In den nächsten Tagen: 2 Ablehnungen (1x Süd, 1x Nord) gab es bisher - welche Route führt zur Aufnahme in der vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrwegeplans?

Kompromisslösung zwei Schritte weiter

Pressemitteilung der Ortsgruppe von Bündnis90/Die Grünen vom 16.05.2012

  • 700 Unterschriften für unser Bürgerbegehren in 10 Tagen
  • Termin mit Bürgermeister Udo Ockel: keine komplizierte Stichfrage, aber eine zweite Abstimmung im September

Am Ende des Vorgesprächs von Bürgermeister und Initiatoren zur Einbringung des Bürgerbegehrens für die Tunnellösung unter der B304, Frank Költerhoff, Franz Aicher und Lars Krüger, stand deutliche Erleichterung auf beiden Seiten. In einem sehr konstruktiven Gespräch am 15. Mai im Rathaus war schnell Einigkeit erzielt, dass eine beliebig komplizierte Stichfrage an einem Abstimmungstag unbedingt vermieden werden muss. Per Stichfrage muß nämlich bereits bei der Abstimmung über Ratsbegehren (pro weitläufige Südtrasse) und dem Bürgerbegehren zum Schutz des Kirchseeoner Südens der Fall abgedeckt werden, dass beide eine Mehrheit finden. Wie das dann mit dem Tunnelbegehren gemeinsam aussehen soll, entzieht sich teilweise der Vorstellungskraft.

Unsere Bürger sollen eine klare Entscheidung treffen können. Bürgermeister Odo Ockel: "Ziel ist ein sauberes, rechtssicheres und demokratisches Verfahren. Hinter der gewählten Variante soll eine klar entschiedene Mehrheit stehen." Sollte bei der ersten Abstimmung der Bau der Südtrasse beschlossen werden, so wird es in einer zweiten im September nach den Ferien zu einer Entscheidung zwischen Südtrasse und Tunnel kommen. In anderen Fällen ist das nicht zwingend, da der Gemeinderat den Inhalt eines Bürgerbegehrens auch beschließen kann.

Lars Krüger, Orstvorsitzender der Grünen: "Wir haben in 10 Tagen 700 Stimmen gesammelt, damit am 22. Juli auch über unsere Tunnellösung abgestimmt werden kann. Schließlich stehen ja auch Kosten und zeitliche Aufwendungen für alle dahinter. Es ist uns aber zweifellos viel lieber, zwei klar verständliche Runden zu haben als einen letztlich nur für Juristen nachvollziehbaren Stimmzettel. Es kann keine Rede davon sein, dass Herr Ockel uns hier 'auf die lange Bank' schieben wollte. Er hat ganz offensichtlich vor allem ein Anliegen: die Entscheidungsfindung zu einem klaren und allseits akzeptierten Ende zu bringen." Bezogen auf die 5jährige Arbeit rund um die Tunnellösung meinte er: "Es war und ist eine entbehrungsreiche aber ausgewogene Kompromisslösung. Wie wichtig uns ein tragbarer Kompromiss ist, haben wir mit der Zustimmung zur halbwegs ortsnahen letzten SPD-Variante am 23. April im Gemeinderat gezeigt. Wenn wir zu so einer schmerzlichen Entscheidung bereit sind, müssen wir auch den Atem für einen langen Abstimmungssommer haben."

Franz Aicher vom Aktionsbündnis zum Schutz des Kirchseeoner Südens, dem Dank für große Sammelunterstützung gebührt, kann den Ausgang dieses Vorgesprächs ebenfalls akzeptieren, "allerdings sollen die Grünen sich nun nicht nur auf den zweiten Termin konzentrieren!" Frank Költerhoff, grünes Gemeinderatsmitglied, gab denn auch vor: "Erst'mal fertig sammeln, weiter intensiv informieren und die Chance nutzen, Bürgerbeteiligung zu einem vollen Erfolg werden zu lassen."

Bürgerbegehren für die Tunnellösung unter der B304

Pressemitteilung der Ortsgruppe von Bündnis90/Die Grünen zur Abstimmung des Gemeinderats über das Ratsbegehren zur Neutrassierung der B304

(26.04.2012)
 
 Bürgerbegehren für die Tunnellösung unter der B304
 
 Zunächst bedauern wir sehr, dass die anderen Gemeinderatsmitglieder nach der sehr erfreulichen Diskussion der vergangenen Wochen letztlich nicht für unsere Tunnellösung gestimmt haben. Wir sehen in ihr nach wie vor den bestmöglichen Kompromiss im Sinne einer wirklichen Verbesserung der Verkehrssituation, des Umweltschutzes und der Chancen, die im Verlauf des Verfahrens folgenden Prüfungen der Trassen zu bestehen. Es wurde seitens der Verwaltung und der meisten anderen Ratsmitglieder viel zu sehr auf die finanzielle Verwirklichung geachtet, wo doch Nord- wie Südumfahrungen bereits mit Hinweis auf das ökologische Risiko in verschiedenen Verfahren gescheitert sind.
 
 Was die weitere Verfolgung eines Kompromisses angeht, kommt für uns eine ortsnahe Variante mit Sanierung des IVECO-Geländes weiterhin in Frage. Die Ausarbeitungen der SPD erscheinen uns zwar noch nicht ausgegoren und die Kosten weit kritischer als bei unserem Tunnel - dennoch würde so eine ökologisch vertretbare Lösung für unsere Gemeinde erreicht werden können. 
 
 In die Abstimmung der Bürgerbegehren am 22. Juli werden wir nun unsere Tunnellösung einbringen. Der unserer Meinung nach beste und chancenreichste Vorschlag soll auch zur Abstimmung stehen.
 
 Dazu Lars Krüger: "Unser Bürgermeister hat die Veranstaltung sehr fair moderiert, ich habe mich dafür bei ihm bedankt. Leider konnte er sich innerhalb der CSU mit seiner 'nur diese Chance'-Argumentation knapp durchsetzen. Die SPD hat sich mit dem geschlossenen Votum für zwei Südvarianten ein Stück weit der Beliebigkeit preisgegeben, Hauptsache eine Variante 'im Süden'. Wir wollen aber nicht, dass die Abstimmung auf diese eine Extremvariante verengt wird und Kirchseeoner, die eine Neutrassierung wollen, aber nicht diesen ökologischen Raubbau, zu einem Nein zum Ratsbegehren zwingt. 
 Sehr glücklich sind wir über die Positionierung des Aktionsbündnisses zum Schutz des Kirchseeoner Südens, die sich entschieden haben, unsere Lösung zu unterstützen und sich in das Begehren tatkräftig einzubringen. Sie sind damit nicht der Versuchung verfallen, mit einer eher populistischen Grosstunnellösung Stimmen für eine scheinbare Alternative zu fangen. Angesichts der persönlichen Betroffenheit der Beteiligten gibt uns das einen enormen Schub und läßt die Hoffnung auf einen echten Kompromiss wieder aufleben. 
 An der B304 werde ich persönlich sammeln und auf jeden Anwohner zugehen. Erste positive Signale gab es bereits in den letzten Wochen."
 
 Lissi Drosta and Lars Krüger
 Ortsvorstand

Die Modifikation im Vergleich zu Variante 2 der Studie des Straßenbauamts Rosenheim

Infoveranstaltung mit über 100 Besuchern

Aus allen politischen Richtungen waren sie gekommen, von Bürgermeister Udo Ockel über Gemeinderäte aus allen Fraktionen bis hin zu Anwohnern und Anhängern der verschiedenen Parteien. Und die als Info-Veranstaltungen angelegte 3. Vorstellung der Tunnellösung, nun incl. der Modifikationen vom Februar, hielt Wort: Manch Beteiligter merkte erst nach der Hälfte, dass er am Mittwochabend (4. April) im Brückenwirt überhaupt auf einer Veranstaltung der Grünen war, andere bemerkten im Anschluß, dass hier tatsächlich sachlich informiert und diskutiert wurde - trotz aller persönlicher Aufgewühltheit. Dank dafür muß zweifellos nicht nur den Organisatoren gelten sondern auch den Teilnehmern, die teilweise 3h auf einem Sitzkissen auf dem Boden aushalten mußten.

Eine ausführliche Rückschau und die Beantwortung offener Fragen folgt in den nächsten Tagen, hier einige der Highlights:

- "Bisher hatte ich nur schlechte Dinge über den Tunnel gehört, aber das sieht nun anders aus." und "So scheint es machbar - ich hätte das nicht gedacht", waren Meinungen in der folgenden Diskussion. Auch wenn es parallel eindeutige Ablehnung gab, darf festgehalten werden, dass die Aufklärung über die Variante nicht nur gelungen ist  sondern auch die Stimmung positiv beeinflußt hat.

- "Jede Umgehung kommt für mich zu spät - aber wie wäre es mit Tempo 40?" und "Warum steht das östliche Ortseingangsschild immer noch mitten im Ort?" brachten auch die Diskussion um kurzfristige Lösungen wieder in Gang.

- "Wie steht es um die Feinstaubmessung?", "Können wir damit nicht Druck aufbauen?" zielt in Richtung Höherstufung im Bundesverkehrswegeplan und gleichzeitig auf eine denkbare vorläufige Einschränkung im Bereich des Schwerlastverkehrs.

- "Tunnel werden immer häufiger gebaut, seht z.B. nach Starnberg. Das ist alles machbar. Allerdings sollen LKW's nicht zu oft abbremsen müssen - da sind Ampeln besser als die beiden Kreisverkehre", erhielten wir Unterstützung und neue "Hausaufgaben" von einem ausgewiesenen Experten: der am Berufsförderwrk lehrt. Und weiter: "Die Kosten-Diskrepanz", die nur teilweise durch die Planungsunterschiede von uns Gruenen und dem Straßenbauamt erklärt werden kann, "sollte aufgeklärt werden." Mithin sollten wir Grüne uns nicht einfach mit 105 Mio. Kosten als Richtwert abfinden.

- Die Initiative zum Schutz des Kirchseeoner Südens hat sich für eine Tunnellösung, zumindest auf Basis der unsrigen, ausgesprochen.

Im Anschluß gab es einige inhaltliche Unterstützungsangebote.

Wie stehen nun die anderen Parteien dazu? 

Die CSU gab sich sehr bedeckt. Bürgermeister Ockel: "Wir sind kein Debattierclub - wir müssen es dann machen", zugleich aber auch aufgeschlossen. Lars Krüger hatte in seinem Vortrag bereits auf die Fortschritte in ökölogischer Hinsicht bei den CSU-Trassenmodifikationen hingewiesen, so dass gesagt werden kann, hier bewegen sich 2 politische Richtungen aufeinander zu.

Die SPD brachte viele kleine Details gegen die Tunnellösung an, um auf Nachfrage dann zu erklären, dass es eine Detail-Vorstellung der eigenen Varianten nicht geben wird. Schade, aber letztlich auch eine Aussage.

Den Vortrag als *pdf gibt es hier. (Selbstentpackendes Archiv, da dieser Web-Auftritt Dateien größer 2 MB nicht erlaubt.) Mehr in den nächsten Tagen.

06.04.2012

Lösungsansatz für den Eglhartinger Teil der Umgehung

Modifikation unserer Variante 2 im Ausschnitt der Karte des Straßenbauamts Rosenheim: rote Punkte - B304, blaue Punkte - Ortsstraße auf das Tunneldach

Die Details sind noch zu klären, aber die Makel können so beseitigt werden - bei gleichzeitig minimalem Flächenverbrauch.

Die großen roten Punkte stehen für zwei Kreisverkehre, ggf. Kreuzungen, mit denen die Anbindung von Eglharting und Pöring gelingt - und ausserdem der Knick in der Trassenführung ermöglicht wird.

13.02.2012

Ist die Tunnellösung zurück im Rennen?

45,3 ha Raubbau stehen nun mit der "weitläufigen Südumgehung" zur Debatte - bei derzeit gut 79 ha Verkehrsfläche auf Gemeindegebiet, oder: 55 Fußballfelder würden verschlungen werden. Wer den Tunnel für utopisch hält, wird nicht darum herumkommen, eine solche Planung für irrational unangemessen zu halten.

Was sprach denn nun eigentlich gegen die Tunnellösung?

Die Vekehrssicherheit und ein vom Straßenbauamt ergänzter Schlenker in Richtung Forst, um Geschwindigkeit und Kurvenradius hinzubekommen. Und der Preis. Die Machbarkeit? Es war von einem Heimspiel die Rede, ausdrücklich, sogar auf kritische Nachfrage von SPD-Gemeinderat Kroll.

Sind die Grünen zurück in der Diskussion?

Sie waren nie weg. Mehrere Varianten waren durchdacht worden - alle mit erheblichen Abstrichen gegenüber der ursprünglichen, in Eglharting direkt südlich der Bahn etwa, um die Kurve in den Kreuzungsbereich mit der Ortsanbindung zu legen. Mit neuen Kreuzungen sowohl im Bereich S-Bahnhof Eglharting als auch bei Neukirchen. Doch keine konnte wirklich überzeugen.

Was aber ist nun anders?

Die Verhältnisse sind dramatisch verschoben. Statt etwas mehr Flächenverbrauch bei Integration der Sanierung des IVECO-Geländes bleibt im schlimmsten Fall radikaler Flächenverbrauch ohne jede sonstige Verbesserung. Dafür bei bereits geplant niedrigstem Effekt für den Ort selbst. Ausserdem ein eigentlich kleines Detail: Die Umfahrung von Ebersberg brachte 3 Ampelkreuzungen. Eine Planung, die 2007 als nicht mehr zeitgemäß betrachtet wurde.

Und jetzt?

"Wir sparen eine Auffahrt und legen die Eglhartinger Anbindung so in die Nähe von Neukirchen, dass beide Makel getilgt werden", warf Lars Krüger in die Runde im Brückenwirt am 7. Februar, so ähnlich wie 2007, als es zunächst hiess "Wir legen die B304 einfach tiefer."

Am Montag, dem 13., befasst sich der Gemeinderat mit dem Thema. Gut, dass der Tunnel über die Jahre in den Planungen aufrechterhalten wurde - es sieht ganz so aus, als würde seine Zeit nun kommen. 100 Mio Euro? Schwer zu sagen, was dem Bund eine Straße wert ist, auf der im

Anpassung unserer Tunnellösung für die B304

Am 1. Februar stellte das Strassenbauamt Rosenheim seine Auffassung zum Thema Ortsumgehung Kirchseeon dem Gemeinderat und der zahlreich vertretenen Bürgerschaft vor: Machbarkeitsstudie B304 Kirchseeon

Die gute Nachricht: Es wird keine Trasse durch den Forst geben!

Die schlechte: Unsere wurde auf einigen Metern in den Forst verlegt - und erscheint damit als ökologisch kritisch. Der Grund? Ausserhalb von Ortschaften sollen die 100 km/h möglichst erreicht werden können, damit sich der für Neubau-Massnahmen erforderliche Zeitgewinn ergibt.

Noch eine schlechte: Die Abfahrt am Bahnhof Eglharting würde ein nicht hinnehmbares Unfallrisiko mit sich bringen, weil sie den Gewohnheiten widerspricht, wie eindrucksvoll demonstriert wurde.

Doch auch die guten Nachrichten reissen nicht ab: Sowohl die Planung für die Tunnelbauweise als auch die Umgehungsplanung in der Bauphase wurde begrüßt, auf Nachfrage auch der Bereich Kanalisation als "Heimspiel" bezeichnet. Und damit nicht genug: Es gab Extra-Lob für die Art und Weise der Ortsanbindung.

Wie geht es nun weiter?

Viele denken an den Süden. Wir Grüne sind sofort dabei, wenn damit auch die Sanierung des IVECO-Geländes einhergeht. Derzeit sehen wir dies aber als schwer überwindbare Hürde an. Vielleicht gelingt ja noch der Durchbruch bei der Tieferlegung - wir sind d'ran.

(Anmerkung: Die Detailplanung (alt) ist derzeit der Umstellung der Webseite zum Opfer gefallen - sie wird bald wieder online sein, gemeinsam mit der neuen!)

Wahlperiode 2008-14: Verkehr geht über die B304 hinaus!

Mehr Lebensqualität am Ort ist entscheidend mit der Frage verbunden, wie sich der innerörtliche Verkehr entwickelt. Um den notwendigen Autoverkehr vor Ort erträglicher zu gestalten, vertritt die Grüne Liste Kirchseeon drei Prinzipien: Vermeidung – Verlagerung – Verlangsamung.

B304

Wir stehen zu der Aussage: Neue Straßen ziehen neuen Verkehr an. Das gilt insbesondere für eine mögliche Umgehungsstraße B304 Kirchseeon, durch die die Verbindung München-Salzburg erheblich flüssiger befahrbar wird und als Folge mehr Autofahrer diese Strecke – auch als Alternative zur Autobahn A8 - befahren. Wir erkennen jedoch auch, dass Kirchseeon übermäßig von der verfehlten überregionalen Verkehrspolitik betroffen ist und die Durchfahrung des Gemeindegebiets zu einer unzumutbaren Belastung der Anwohner und zu einer massiven Beeinträchtigung des Gemeindelebens geworden ist. Deswegen plädieren wir aus Gründen einer vernünftigen Ortsentwicklung und einer Entlastung der Betroffenen für eine Suche nach einer Alternativtrasse zur derzeitigen Bundesstraße.
Wir Grüne treten für eine Tunnellösung ein. Die Trasse läuft auf der bisherigen Straßenführung durch den Ortsteil Kirchseeon, wird in Eglharting nördlich der Bahn fortgeführt und unterkreuzt diese westlich des Gewerbegebietes Eglharting. Auf der 2,1 km langen Strecke durch Kirchseeon wird die Straße tiefer gelegt und gedeckelt. Die Deckelung beseitigt die Lärmbelastung und schafft Verkehrsflächen für den innerörtlichen Verkehr. Durch den Verzicht auf eine bergmännische Tunnelbauweise reduzieren sich die Kosten und kommen in einen Bereich, der mit den bisher diskutierten unökologischen Trassenvarianten durch die Natur konkurrieren kann. Diese Variante hat außerdem den Vorteil, dass Kirchseeon nicht wie Zorneding von der überregionalen Verkehrsanbindung gänzlich abgeschnitten wird. Dadurch hat das örtliche Gewerbe eine Überlebenschance und Kirchseeon entwickelt sich nicht zwangsläufig zu einer Schlafstadt.
Sprechen bautechnische Gründe gegen diese Lösung, wäre für uns auch folgende Alternative tragbar.  Beim Autohaus Ford, östlich von Kirchseeon, führt die B304 in einen Tunnel der hinter  der Verbindungsstraße zwischen Riedering und Kirchseeon endet und dann in einem tiefer gelegten Graben zwischen Ilching und Riedering auf die Südspitze der Zornedinger Umgehung zielt. Auch diese würde den gesamten Ort Kirchseeon von Verkehrslärm entlasten ohne andere Bewohner zu belasten und nicht durch ökologisch wertvolles Gelände verlaufen.
Die Grüne Liste Kirchseeon wird weiterhin alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel ausschöpfen, um die Verlegung der B304 in den Bannwald Ebersberger Forst oder durch Landschaftsschutzgebiete im Süden zu verhindern. Die bisher angedachten Trassen sind nicht nur ökologisch widersinnig und zerstören eines der letzten großen Naherholungsgebiete im Münchner Osten.  Die geplanten Trassen sind auch unrealistisch, weil sie über beträchtliche Strecken durch ein FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) führen und damit bundesdeutsches und europäisches Recht diese Trassenführungen verhindert oder auf Jahrzehnte deren Realisierung verzögert. Wer eine Trasse durch den Ebersberger Forst fordert, verspielt die Chance, überhaupt in die nächste Verkehrswegeplanung aufgenommen zu werden bzw. durch sich ewig hinziehende Gerichtsverfahren in absehbarer Zeit zu einer Entlastung für die Kirchseeoner Bevölkerung zu gelangen.
Die Grüne Liste Kirchseeon will  schon vor der Realisierung einer solchen Umgehung durch eine aktive Ortspolitik verhindern, dass es zu weiteren Belastungen entlang der derzeitigen Trasse kommt. Die Grüne Liste ist die einzige Gruppierung im Gemeinderat, die gegen eine weitere Ansiedlung von Wohnbebauung entlang der Bundesstraße eintritt.  Um bis zu einer Realisierung der Tunnellösung den maximalen Schutz der ortsansässigen Bevölkerung zu gewähren, treten wir weiterhin für Kreisel und/oder Pförtnerampeln an den Ortseingängen, Sanierung des Straßenbelags mit „Flüsterbelägen“ und eine Erhöhung der Messzeiten der kommunalen Verkehrsüberwachung ein.

Innerörtlicher Verkehr

Mehr Lebensqualität am Ort ist entscheidend mit der Frage verbunden, wie sich der innerörtliche Verkehr entwickelt. Um den notwendigen Autoverkehr vor Ort erträglicher zu gestalten, vertritt die Grüne Liste Kirchseeon drei Prinzipien: Vermeidung – Verlagerung – Verlangsamung.

Vermeidung: Es ist sinnvoll Gewerbe, Wohnen, Versorgung und Freizeitangebot miteinander zu verzahnen. Dazu müssen Geschäfte im Zentrum und nicht in Ortsrandlage angesiedelt werden. Die Größe der Geschäfte, deren Parkplatzausweisung und Werbeanlagen orientieren sich dabei am innerörtlichen Bedarf.

Verlagerung: Durchgehende Radverbindungen durch den Ort ohne Gefährdung und Hindernisfahrt, Fußgängerwege an belebten Straßen, insbesondere an Ortsverbindungsstraßen, gehören zu den Grundelementen einer langfristigen grünen Verkehrsplanung, da es dann attraktiv wird, andere Verkehrsmittel als das Auto zu nutzen. Insbesondere Neubaugebiete müssen fußgänger- und radfahrergerecht geplant werden. Wir plädieren für eine praktische Umsetzung des vor 2002 angedachten Buskonzeptes für den Ort, um besonders Alten, Jungen und sozial Schwachen eine Alternative zu bieten und Mobilität zu sichern.

Verlangsamung: Um Lärm zu vermeiden und Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten, begrüßt die Grüne Liste Kirchseeon die Ausweitung der Tempo-30-Zonen im Ort in den vergangenen Jahren. Aber nur durch bauliche Maßnahmen wie Aufpflasterung und Straßenverengung kann  gewährleistet werden, dass die verkehrsberuhigten Zonen auch tatsächlich als solche angenommen werden. Straßenraum soll zu Lebensraum werden, der die Begegnung der Menschen ermöglicht. Besonders im Zentrum sind deswegen verkehrsfreie Zonen (Fußgängerzone um den Kernbereich des Marktes am Perchtenbrunnen) zu schaffen.

Zusammenfassung zur Verkehrspolitik

  • Tunnellösung statt Durchschneidung wertvoller Naherholungsgebiete und ausgewiesener FFH-Gebiete
  • Entlastung der ortsansässigen Bevölkerung bis eine Tunnellösung realisiert ist
  •  Weiterführung des Radweges, vernünftige Positionierung der  Ampelanlagen
  • Rückbau der vier-spurigen Straße am Spannleitenberg, Kreisel und/oder Pförtnerampeln an beiden Ortseinfahrten
  • Ausweitung der kommunalen Geschwindigkeitsüberwachung
  •  Bauliche Verkehrsberuhigungsmaßnahmen statt sinnlosem Schilderwald
  • Mehr Gehwege in Neubaugebieten
  • Vorrang des Fußgänger- und Radverkehrs vor dem Autoverkehr
  • Konsequenz in der Verkehrspolitik

Flyer "B304(tief)"