21.01.2017

Radwege in Poing

Neuerdings ist es gesetzlich möglich, die Benutzungspflicht von Radwegen für Radfahrer aufzuheben. In diesem Fall darf der Radler selbst entscheiden, ob er auf dem Radweg oder der Straße fährt. Eine derartige Lockerung der bisher starren Regelung ist zu begrüßen, denn sie berücksichtigt die unterschiedlichen Bedürfnisse der Radfahrer.

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Nun ist es aber so, dass – rein statistisch gesehen – die Unfallhäufigkeit für Radler auf Radwegen höher ist als auf Straßen. Das liegt in erster Linie an abbiegenden Autos, die Radler übersehen. Aber auch Kollisionen zwischen Radlern und Fußgängern tragen zu diesem Effekt bei. Als besonders gefährlich werden Radwege angesehen, die in beiden Richtungen befahren werden dürfen (z.B. weil auf der anderen Seite der Straße kein Radweg existiert, wie in Teilen der Kirchheimer Allee).

Die Verwaltung der Gemeinde Poing hat dies zum Anlass genommen, die Verkehrsregelung in mehreren Straßen zu verändern und in einigen Fällen bisher kombinierte Geh- und Radwege in reine Gehwege umgewandelt.
Das bedeutet, dass der in Poing Süd viel beklagte Zustand, dass Radler sich den Platz mit dem starken Verkehr auf den Hauptstraßen teilen müssen, auch in Poing Nord wieder eingeführt wurde. Um genau dies zu vermeiden, wurden die Radwege doch gebaut!

In der letzten Gemeinderatssitzung vom 19.01.2017 haben Vertreter aller Parteien ihren Unmut über die neuen Regelungen geäußert. Änderungen zugunsten der Radfahrer werden nun von der Verwaltung erarbeitet und dem Gemeinderat vorgestellt.
Bereits zugesagt wurde, dass Radler auf dem Gehweg am Hanslbrunn und an der Bergfeldstraße zwischen Tankstelle und Einmündung der Kirchheimer Allee wieder zugelassen werden.

Wir meinen, dass auch in der Kirchheimer Allee das Radfahren auf dem Radweg erlaubt bleiben muss! Entschärft werden kann die Situation des in beiden Richtungen befahrbaren Radweges z.B. durch Verlängerung des Geh/Radweges auf der Südseite der Straße bis zur Bergfeldstraße. Diese Maßnahme würde auch die diesbezügliche Forderung des AGFK (Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen) erfüllen.
Darüber hinaus wäre es sinnvoll, auch die kombinierten Geh/Radwege in den Tempo 30 –Zonen (z.B. Blumenstraße) wieder für Radfahrer freizugeben.

Ein aufmerksamer Radfahrer ist auf dem Radweg besser aufgehoben als auf der Fahrbahn – mit Sicherheit!


Von: Werner Dankesreiter