22.09.2016

Landkreis-Grüne bewerten den neuen Bundesverkehrswegeplan "Tunnel in Steinhöring machbar"

Die Grüne Kreistagsfraktion und der Grüne Kreisvorstand nutzten die Sommerpause, um den Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP 2030), den das Bundeskabinett am 3. August 2016 beschlossen hat, auf Maßnahmen im Landkreis hin zu prüfen.

Neben dem Ausbau der A94 auf jeweils drei Fahrspuren bis Anzing, finden sich in dem Plan mehrere Neubauten an der Bundesstraße 304 und der sogenannte "Brennerzulauf" - der Ausbau der Schieneninfrastruktur von Trudering über Grafing Bahnhof bis Kiefersfelden.

Brennerzulaufstrecke

Beim Brennerzulauf fordern die Grünen, dass die oft gehörten Versprechungen von Bundespolitiker*innen hinsichtlich optimalem Lärmschutz auch wirklich umgesetzt werden: "Der Bund darf nur den Standardlärmschutz bei Neubaustrecken bauen - wir werden deshalb vom Freistaat ein Sonderprogramm Lärmschutz für den Brennerzulauf fordern, um die Anrainergemeinden optimal zu schützen!", so Fraktionsvorsitzende Waltraud Gruber.

B 304

Die B304-Umfahrung von Kirchseeon findet sich im neuen BVWP zwar noch im sogenannten weiteren Bedarf, darf aber jetzt beplant werden. "Wir sind froh, dass die Bundesregierung in ihrem neuen Plan betont, dass der Verlauf einer möglichen Kirchseeoner Umfahrung noch nicht feststeht. Eine Umfahrung im Norden durch den Ebersberger Forst scheidet natürlich wegen dem dort liegenden Flora-Fauna-Habitat aus - unsere Tunnelvariante ist aber somit noch im Rennen!", freut sich Philipp Goldner, Mitglied der Grünen im Verkehrsausschuss des Kreistags.

Eine Stufe nach oben in der Dringlichkeit hat es die Umfahrung von Steinhöring im neuen BVWP 2030 geschafft. Auch sie findet sich jetzt in den Projekten die beplant werden dürfen. Interessant ist hier, dass sich die Projektkosten im Vergleich zum letzten Plan von 2003 auf 22 Mio. € mehr als versechsfacht haben. "Mit diesem Geld ist eine Untertunnelung Steinhörings auf einem Kilometer Länge auf jeden Fall machbar!", ist sich Philipp Goldner sicher.

Die Grünen plädierten jahrzehntelang für eine großräumige Ableitung des Verkehrs östlich von Steinhöring auf die B12 bzw. A94. Nachdem die Südumfahrungen von Ebersberg und Zorneding Realität sind, haben die Kreisgrünen ihr Konzept angepasst und können sich nunmehr Tunnellösungen in Kirchseeon, Ebersberg und Steinhöring vorstellen.

Von: Philipp Goldner