31.07.2016

Nach Unwetter Beinahe-Katastrophe auf EBE-Südumgehung

Diesmal ging es nicht "nur" um ins Moos versenkte Millionen und um ärgerliche Straßensperrungen: Beim letzten schweren Gewitter hätte es auf der Südumfahrung um Ebersberg beinahe Tote gegeben.

Aus einer Schrift des Bund Naturschutz zum Bypass um EBE

Seit ihrer Einweihung Ende 2010 kommt die Südumfahrung Ebersbergs aus den negativen Schlagzeilen nicht heraus. "Südumgehung sinkt ins Moos", "Unterführung bei Gsprait überflutet", "Verdruss ohne Ende", "Südumgehung wird Buckelpiste",  "Brücke nach Oberlaufing sackt ab", so titelten wir in den letzten Jahren.
Aber nun das: Um ein Haar hätte es beim letzten Starkregen am Abend des 27. Juli sogar Tote gegeben. Wie in der lokalen Presse ausführlich in Wort und Bild beschrieben, verwandelte sich die B304 südlich Ebersberg in einen reißenden Fluss. In der Wanne der Unterführung, die bei Wiesham unter der S-Bahn durchführt, stieg das Wasser in rasender Geschwindigkeit. Eine Frau blieb mit ihrem Wagen hängen. Ein dort ansässiger Bauer, der jahrzehntelang Feuerwehrkommandant war, konnte gerade noch mit zwei Söhnen die Tür des Fahrzeugs öffnen und die Frau befreien. Zwei Minuten später ragte nur noch die Dachantenne des Autos aus den Fluten.
Weitere Autos blieben liegen, darunter ein Kleinlaster, dessen Fahrer an der Unterführung zwischen Ebersberg und Gsprait von der Feuerwehr befreit werden musste. In Wiesham stürzte ein freiwilliger Helfer in einen Bach und wurde durch den Sog in ein Abwasserrohr gedrückt. Er konnte von der Feuerwehr geborgen werden und kam zur Beobachtung ins Krankenhaus.

Fast mutet es wie ein Wunder an, dass alles gerade noch gut ausgegangen ist. Jedenfalls, wenn man von den sicher immensen materiellen Schäden und Folgekosten absieht. Darauf ist angesichts des Klimawandels und zunehmender Starkregen aber in Zukunft sicher kein Verlass.

Wir Grüne haben jahrzehntelang vor dieser aberwitzigen Trasse gewarnt und brauchbare Alternativen (Berberich-Trasse!, Weiträumige Umgehung im Osten!) aufgezeigt. Es nützte nichts, Steuer-Millionen wurden im Moosboden versenkt. Soll es jetzt noch schlimmer kommen?
Die Vorfälle der vergangenen Woche müssen uns eine Warnung sein.  Selbst wenn die Aufräumarbeiten getätigt sind - zur Tagesordnung darf man nicht übergehen. Die nächsten Unwetter sind bereits angesagt.

In einer Pressemitteilung riefen wir die verantwortlichen Politiker auf, mit den zuständigen Behörden Konsequenzen zu erarbeiten.

Von: Bettina Goldner